Blickpunkte Flingern 2006

in Bars, Cafes, Dienstleistungen, Düsseldorf, Einkaufen, Eröffnungen, Events, Flingern, Galerien, Gaststätten, Geschaftseröffnung, Lesungen, Life Musik, Modekoll, Modenschau, Parties, Restaurants, Service, Stadtteil, Stadtteilbüro, Stadtteilplanung, Vorträge

Tinte und Füller - Blickpunkte

 


 

Mit Worten malen, mit Stiften zeichnen (19. Dezember 2006)
Utz Peter Greis, ein ernster Mann mit viel Humor

Atelier Chamäleon(edf) Dass ein Chamäleon zu den Reptilien gehört und die Möglichkeit hat, seine Farbe je nach Situation und Umfeld zu ändern, wissen viele Menschen. Weniger kennen sein unverwechselbares Merkmal, die Augen unabhängig voneinander in alle Richtungen drehen zu können, um sie erst gemeinsam zu fokussieren, sobald ein Beutetier entdeckt wird. Chamäleons hat es, wie Fossilienfunde beweisen, sogar in Deutschland gegeben.

Mittlerweile kann man sie in anderer Form hier wieder finden. Eines davon in Düsseldorf-Flingern auf der Ackerstraße 191, wo es unter dem Namen Werkstatt für Satire „Atelier Chamäleon –Haus des Tiefsinns“ bekannt ist.

2004 wurde das Atelier Chamäleon von Utz Peter Greis, einem in Flingern ansässigen Künstler, eröffnet. Seit der Zeit ist es in Düsseldorf auch Repräsentanz der Rheinischen Humorverwaltung, einem Kreis bekannter Zeichnerinnen und Zeichner, die alle für große Tageszeitungen und Zeitschriften arbeiten, Bücher illustrieren und eigene Bücher veröffentlichen.

Utz Peter Greis gehört zu ihnen. Er zeichnet Cartoons für technische Fachzeitschriften. Seine Arbeitsschwerpunkte sind satirische Zeichnungen und Bilder und satirische Texte, zu deren Lesung er regelmäßig in das kleine Atelier einlädt.

Atelier Chamäleon

Es ist die Absurdität des Alltäglichen, die er aufs Korn nimmt. Der immerwährende Ernst des Lebens, das Verhältnis zu sich selbst, zu anderen und zur Welt wird von ihm in überspitzter, manchmal grotesker Form thematisiert und dem Gespött preisgegeben. Und so manchem Zuhörer ist im eigenen Gelächter plötzlich das eigene Verhalten bewusst geworden. Ganz im Sinne Heines rückt auch Utz Peter Greis die Verhältnisse wieder „gerade“, nimmt ihnen die Bedeutungsschwere, indem er sie der Lächerlichkeit preisgibt und übrig bleibt, frei nach Nietzsche: Menschliches, Allzumenschliches.

Atelier Chamäleon

Den Namen seines Ateliers hat er mit Bedacht gewählt. So wie das Chamäleon seine Farbe der Umgebung anpasst, so wird die Färbung seiner Texte, Bilder und Zeichnungen von Thema bestimmt, dass sie darstellen. Und so, wie das Chamäleon erst beim Anblick einer Beute mit beiden Augen fokussiert, so kann es mancher Flingeraner beobachten, der den Künstler kennt. Wenn er Utz Peter Greis auf der Straße begegnet, der mit hocherhobenem Haupt, ernstem Gesicht und gedankenumwölkter Stirn ohne Erkennungszeichen durch ihn durch oder über ihn hinwegzuschauen scheint. Nein, es ist keine Unhöflichkeit des Künstlers. Das Verhalten des Gegenübers fiel nur nicht ins Beuteschema, erregte nicht seine Aufmerksamkeit, so dass er weiterhin zuvor gemachte Beute in Gedanken bereits in Bildern und Texten verdaut.

Atelier Chamäleon Atelier Chamäleon

Wer sich einen vergnüglichen Abend bereiten will, sollte eine Veranstaltung im Atelier Chamäleon mit anschließenden interessanten Gesprächen nicht versäumen oder eine der ständig wechselnden Ausstellungen besuchen.

Atelier Chamäleon

Noch bis zum 26. Januar 2007 ist die Ausstellung „PappNasen“ von Mele Brink zu sehen. Lebensgroße Figuren aus Wellpappe und Farbzeichnungen auf Packpapier sind zu bewundern. Dazu gibt es an den Öffnungstagen jeden Freitag und Samstag eine Live-Show, die hinter die Kulissen des PappNasentums führt.

Atelier Chamäleon

zum Überblick


 
Sinnlichkeit und Sehnsucht als Nährboden ihrer Bilder (04. Oktober 2006)

Paschalia_Traka(ro/edf) Wir haben Paschalia Traka im Askitis getroffen, einem griechischen Restaurant auf der Herderstraße. Sein Inhaber hat sich der guten Küche und den schönen Künsten verschrieben. Im sechswöchigen Wechsel stellt er Künstlern sein Restaurant zur Ausstellung ihrer Werke zur Verfügung.

Paschalia Traka lebt seit 1970 in Deutschland. Mit 14 Jahren kam sie aus Griechenland nach Köln. Künstlerin werden wollte sie immer, aber wenn man in ein fremdes Land kommt, steht an erster Stelle die Existenzsicherung und Kunst zu studieren bzw. Künstlerin zu werden, galt zuerst einmal als "brotlose Kunst" bei ihren Eltern.

So wurde beschlossen, eine Ausbildung als Herrenschneiderin zu absolvieren. Doch der Wunsch, Künstlerin zu werden, ließ sie auch in den Folgejahren nicht los. Nach ihrer Ausbildung holte Paschalia Traka die Fachobersschulreife an der Schule für Gestaltung in Köln nach und begann dann konsequenterweise mit einem Studium für Graphik Design an der Fachhochschule für Kunst und Design in Köln. Ihr Schwerpunkt war die Illustration bei Professor Wiegand. Bis sie sich als freischaffende Künstlerin1992 niederließ, arbeitete sie als Grafikerin bei Werbeagenturen, eröffnete selbst hoch erfolgreich eine eigene Werbeagentur.

Paschalia_Traka

Ihre Bilder im Askitis zollen zum Teil ihren griechischen Wurzeln und der Location Respekt.

Von den Wänden blicken uns die klassischen Impressionen des Olymps an. Üppige Formen in wollüstiger, sündloser Nacktheit. Bilder die vor dem später dekretierten Sündenfall entstanden sein könnten, der einzig eine machtpolitische Vorgabe, ein Element der Steuerung zu verpflichtendem Gehorsam, zum Diktat des Verzichts wurde.

Paschalia_Traka

Bruchstücke antikern Säulen deuten in den nachfolgenden Bildern den Verfall der aufgezwungenen Werte an. Rottöne welkender Blumen lassen das konträre, hoffnungsvolle Grün der strotzenden Blätter wie eine Wegweisung leuchten.

Paschalia_Traka

Dem griechischen Kopf mit medusenhaftem Haar und klassischen Spiralsymbolen, in der Ausstellung in einem fast sakralen Umfeld präsentiert, steht das Bild einer kristallinen Darstellung in kaltem, hartem Blau und Weiß gegenüber.

Der weibliche Akt in Blau und Rot wiederum, ist überhaucht von einem Hoffnungsschimmer in lichten goldgelben Tönen und wird wie ein Crescendo der Befreiung empfunden.

Paschalia_Traka

In einem anderen Bild mischen sich Rot-, Gelb- und Grüntöne in kräftig aufstrebender Struktur und abstrakter Formgebung und deuten in dieser Bilderfolge die Ich-Findung ohne das Diktat eines oktroyierten Wertekanons an.

Paschalia_Traka

Bilder schauen uns an. Jeder Betrachter fühlt sich anders von ihnen, entsprechend seinen Erfahrungen, angesprochen. Mit einem kurzen Bericht sind wir weit davon entfernt eine Künstlerin und ihre Arbeit auch nur annähernd vorzustellen und zu beschreiben. Alle Faycetten eines künstlerischen Schaffens sind im Bericht über eine Ausstellung nicht zu fassen.

Paschalia_Traka

Seien Sie neugierig, nehmen Sie mit Paschalia Traka Kontakt auf, begegnen Sie einer Künstlerin auf ihrem Schaffensweg.

Paschalia_Traka

zum Überblick


Die Hofburg links liegen lassen (28. September 2006)

(ro/edf) Wenn Sie die Faxen mal ganz dicke haben, wenn Sie sich gehetzt, gestresst und ausgelaugt fühlen, dann fliegen Sie nach Wien. Fliegen Sie für ein verlängertes Wochenende in die Stadt, in der alle Menschen Zeit haben.

Wien Kaffeehäuser Wien Kaffeehäuser

Natürlich haben Sie wie jeder Wienbesucher einen der vielfältigen Reiseführer dabei, in dem Sie von einer Sehenswürdigkeit zur anderen geleitet werden.

Wien Wien

Mal Hand aufs Herz. Gehören Sie auch zu den Touristen, die an einem verlängerten Wochenende Sehenswürdigkeit nach Sehenswürdigkeit abhaken und dann glauben, die Stadt kennen gelernt zu haben? Wer so seinen Wienaufenthalt gestaltet, hat zwar die wichtigsten Stationen wie Trophäen gesammelt, aber Wien mit seiner unverwechselbaren Atmosphäre hat er nicht kennen gelernt.

Wien

Gehen Sie in eines der alten traditionellen Wiener Kaffeehäuser. Schauen sie aus dem Kaffeehausfenster in das pulsierende Leben einer Weltstadt. Schauen Sie sich um. Alle Besucher, ob älter oder jung, plaudern in gedämpftem Ton oder lesen ganz entrückt eine der vielen ausliegenden Zeitungen. Kein Ober wird ihre Andacht stören.

Wien

Jeder nach seinem Gusto. Wer seinen Kaffee ausgetrunken hat, der kann, wenn es ihm behagt, eine weitere Stunde vor dem mitgelieferten Glas Wasser sitzen, schreiben, lesen oder, was anfangs ganz schwer fällt: Nichts tun.

Wien Kaffeehäuser

Es ist beileibe nicht so, dass Wien eine Stadt der Müßiggänger ist. Die Menschen in Wien sind nur bedachtsamer. Sie gönnen sich etwas Gutes: Sie haben Zeit, sie nehmen sich Zeit. Und diese Zeit verbringen sie möglichst in einer angenehmen Umgebung. Junge Menschen, Geschäftsleute, Künstler, Studenten sitzen stundenlang vor ihrem Laptop in ihrem Lieblingsarbeitszimmer, dem Kaffeehaus.

Wien

Kopf hoch heißt es, wenn Sie Ihre Übung im Nichtstun absolviert haben und durch die Straßen schlendern. Eine Fassade schöner als die andere. Die prächtigen klassizistischen Bauten, die Jugendstilfassaden, deren kunstvolle Verzierung, die Stuck- und Schmiedearbeiten, die Innenhöfe. Es gibt so viel zu sehen.

Wien - Hausfassade

Abseits der großen Geschäftsstraßen wie der Kärntner- oder der Mariahilfer Straße lernen Sie das eigentliche Wien kennen. In den kleinen Straßen, Gassen und Durchgängen der Bezirke finden Sie die typischen Wiener Lebensmittelgeschäfte:

Wien Statue

Kleine Tante Emma Läden mit ihren Gerüchen nach Wurst, Käse und Backwaren. Hier reihen sich Antiquitätengeschäfte, kleine Boutiquen und Galerien, Buchläden und Trödler, bei denen Sie immer noch ein Schnäppchen machen könne, aneinander.
Müde vom Schauen und Laufen kehren Sie am Abend in einem Beisl ein und genießen die Köstlichkeiten der Wiener Küche und die hervorragenden Weine aus dem Umland.

Wien Menschen

Lassen noch einmal die Tage Revue passieren und denken an die Stationen, die an Ihrem Wege lagen: an das Kunsthaus Wien, das von Hundertwasser erdacht und gestaltet wurde, an die kulinarische Reise über den Naschmarkt, an das Museumsquartier, dem Leopold mit seinen ekzellenten Ausstellungen und Dachterrassen, das traditionelle Café Sperl, das moderne Caffé Latte, das Brauhaus Siebenstern, den Stadtpark.

Wien

Wählen sie aus, wenn Sie nach Wien reisen.
Die Kirchen, die Hofburg, die Schlösser, die Museen sind alle noch bei Ihrem nächsten Besuch zu besichtigen. Die laufen nicht weg.


Wir jedenfalls besuchen Wien wieder. Und wetten das, Sie auch. Servus

www.kunsthauswien.com   www.info.wien.at   www.leopoldmuseum.org
www.caffelatte.at   www.7stern.at   www.cafesperl.at

Wien Kirchenspitze Wien Kirche

Wien Torbogen Wien Menschen

Hase Wien Figur

Wien

Wien Kutsche

Wien Menschen im Cafe

zum Überblick


Die Natur der Dinge im Schmuckstück transformiert (03. Juli 2006)
"Durch meine Auseinandersetzung mit der Natur der Dinge erforsche ich Strukturen, Formen und Gesetzmäßigkeiten des Lebendigen."

Heike Elfrink Schmuck(edf) Seit 2001 gibt es Heike Elfrink Schmuck auf der Lindenstraße 142 am Hermannplatz. Bis 2004 in Cooperation mit der Hutdesignerin Laurence Leleux. Als sie sich damals für Geschäftsräume in Flingern entschied, entschied sie sich auch ganz bewusst gegen ihr damaliges Ladenlokal in der Düsseldorfer Altstadt und das, obwohl es an einer Straße mit viel Laufkundschaft lag. "Mir gefiel die Atmosphäre in Flingern, die kleinen, individuellen Ateliers, Werkstätten und Galerien in den alten Bürgerhäusern, die mit großen Platanen gesäumten Straßen", erinnert sich Heike Elfrink.  2001 entwickelte sich Flingern erst zum heute so beliebten Künstler- und Designerviertel. URSBOB, Icking, Blattgold, die Galerie Revolver waren bereits hier und zusammen mit deren Inhabern gehört auch Heike Elfrink zu den Gründungsmitgliedern von FLAUSEN.

Flausen steht für eine Cooperation junger, kreativer, innovativer Künstler und Designer, die unter diesem Motto Veranstaltungen organisieren, um sich und ihre Entwürfe einem breiten Publikum bekannt zu machen.

Heike Elfrink Schmuck Heike Elfrink Schmuck

Heike Elfrink ist Goldschmiedin. Schon während ihres Abiturs beschäftigte sie sich mit der Schmuckherstellung, auch wenn sie zuerst zwei Jahre lang Kunstgeschichte studierte und sich an der Kunstakademie einschreiben wollte. Vom Malen über die Fotografie entschied sie sich letztlich für die Goldschmiedekunst.

Sie selbst bezeichnet sich als detailverliebte Mikrokosmologin. So waren es schon bei der Fotografie die Makroaufnahmen, die sie interessierten. Kleine Dinge groß herausbringen, mit kleinen Dingen arbeiten, sie drehen und wenden, das ist ihre Leidenschaft und das lässt sich am besten in der Goldschmiedekunst. Die Arbeit eines Goldschmiedes ist für sie die Schnittstelle zwischen Kunst und Kunsthandwerk. Malerei und Fotografie sind stets zweidimensional. Im Schmuckstück kommt die dritte Dimension hinzu und es ist gerade das Objekthafte ihrer Arbeit, das sie so sehr liebt.

Heike Elfrink Schmuck

Silber, Gold, Kupfer, Kalt-Email und Tantal sind ihre Werkstoffe. Tantal, ein anthrazitfarbenes, reines Metall, so edel wie Gold, findet nur selten in der Schmuckherstellung Verwendung, weil es sehr hart ist und sich nur schwer verarbeiten lässt. Trotzdem oder gerade deswegen gehört Tantal zu Heike Elfrinks beliebtesten Werkstoffen. Edelsteine als geschliffene Cabouchons und Kugeln aber auch als Rohsteine werden bei ihr ebenso zu Schmuckstücken verarbeitet wie Filz, Gummidichtungen, Glasperlen, Silberdraht und emaillierte Naturmaterialien.

Heike Elfrink Schmuck Heike Elfrink Schmuck

Immer auf der Suche nach der außergewöhnlichen Form mit ungewöhnlichen Materialien, überschreitet sie doch nie die Grenzen des Tragbaren. So ist jedes ihrer Schmückstücke sowohl avantgardistisch als auch traditionell, außerordentlich präsent und doch wieder von zurückhaltender Einfachheit, klar im Aufbau und zugleich liebevoll verspielt. Es ist dieses Spannungsfeld, das ihre Schmuckstücke beseelt und sie so ausdrucksstark macht. Dieses Spannungsfeld setzt sich fort in ihrem Verkaufsraum, dessen sakral strenge Linienführung von einem sparsam eingesetzten, energiereichen Orange als Wandfarbe gebrochen wird.

Heike Elfrink Schmuck

Das Atelier ist montags von 10:00 – 13:00, mittwochs von 14:00 – 18:00,
freitags von 12:00 – 19:00 und samstags von 12:00 – 14:00 geöffnet.
www.heike-elfrink.de

zum Überblick


Leute heute in Düsseldorf-Flingern (20. April 2006)

Unter diesem Titel startet einkaufen-duesseldorf-flingern eine Serie, in der Menschen zu Wort kommen werden, die in Flingern leben und arbeiten. Was ihnen an Flingern gefällt oder nicht gefällte, was das Besondere an diesem Stadtteil ist, warum sie hierher gekommen sind, welche Ideen und Ziele sie verwirklichen wollen oder bereits verwirklicht haben.
Den Reigen eröffnet Diane Huttner, die Inhaberin des Café Scandal, dem Nachtlokal in Flingern, das Nachtschwärmer noch anlaufen können, wenn bereits die Bürgersteige hochgeklappt sind.

Café Scandal Transsexuell

Diane betreibt das Café Scandal seit Januar 2005. Dass sie es gerade in Flingern eröffnete, ist einem Zufall zu verdanken. Seinerzeit, als der Gedanke, eine Gastronomie zu eröffnen, konkrete Formen annahm, entdeckte sie auf einer Fahrradtour eine Kneipe, die einen neuen Inhaber suchte. Kurzentschlossen, wie sie nun einmal ist, nahm sie Kontakt zum Vermieter auf und eröffnete bald darauf das Nachtcafé.
„Das Café Scandal hätte auch jederzeit in einem anderen Stadtteil sein können“, erzählt die Gastronomin heute, die selbst in Düsseltal wohnt.

Café Scandal Transsexuell

Treffpunkt für nette Leute soll es sein und die gibt es bekanntlich überall. Viele Gäste kommen aus den umliegenden Straßen, aber ein Großteil kommt aus anderen Stadtteilen Düsseldorfs oder den umliegenden Städten. Das Flingern ein Szeneviertel sein soll, kann sie mit ihren eigenen Erfahrungen nicht unterschreiben und bezieht sich dabei nur auf Flingern-Nord. „Flingern ist zweigeteilt“, meint sie, „auf der einen Seite gibt es hier erzkonservative Bürger, auf der anderen Seite junge, Designer und Künstler mit neuen Ideen und Lebensformen. Beide Gruppen bleiben aber in ihrem eigenen abgeschlossenen Zirkel, in dem sie andere Anschauungen nur schwer integrieren können. Bewohner anderer Stadtteile schauen sie eher schief von der Seite an, wenn sie zum Beispiel in der Stadt erzählt, dass sie ein Lokal in Flingern hat. Szeneviertel Flingern hat sich noch nicht ins Bewusstsein der Nicht-Flingeraner eingegraben.

Café Scandal Transsexuell

Was ihr an Flingern gefällt? Das konnte Diane spontan beantworten. „In Flingern gibt es eine gute Nachbarschaftshilfe. Man springt ein, man hilft aus, ähnlich wie in einem Dorf.“ Und so unterschiedlich Flingerns Bürger sind, so unterschiedlich auch seine Straßen. „Hier gibt es wunderschöne Straßen mit tollen alten Fassaden und ruhige, teilweise versteckte Parkanlagen, in denen man den Großstadtlärm vergessen kann.
Und welches Resümee zieht Diane nach einem Jahr Gastronomie? Bis heute bedauert sie nicht, das Café Scandal in diesem Stadtteil eröffnet zu haben. Die anfänglichen Schwierigkeiten sind überwunden. Die Flingeraner haben sich an das etwas andere Café gewöhnt und es schätzen gelernt. Es ist mittlerweise über die Grenzen Flingerns hinaus bekannt. „Wer sich früher heimlich bei mir hineingewagt hat, sitzt mittlerweile ganz öffentlich am Fenster.“, erzählt die Gastronomien. „Man muss halt Zeit und Geduld haben“, findet sie. Und sie hat noch viele Pläne. Im Café Scandal gibt es keinen Stillstand.

zum Überblick


Kristin Dembny, Malerin (30 Januar 2006)
"Ich male, um meine Eindrücke noch einmal von außen betrachten zu können."

Geboren in Dresden, jetzt wohnhaft in Düsseldorf. Seit November 2005 Inhaberin des Ateliers auf der Hermannstraße 22 A. Und was liegt dazwischen werden Sie nun fragen. Dazwischen liegen ein Studium der Porzellanmalerei in der sächsischen Porzellanmanufaktur Dresden und der Meissener Porzellanmanufaktur, ein Designstudium in der Künstlerwerkstatt München, Studienreisen nach Frankreich, Italien, Österreich, der Schweiz, Studium der Techniken der Portraitmalerei bei Senor Alejandro E. Morino in Barcelona und Jahre als freischaffende Künstlerin in Spanien.

Nun, frage ich, wissen Sie jetzt mehr über die Künstlerin? Hat sie mehr Kontur bekommen. Kann man sich die Person Kristin Dembny jetzt besser vorstellen? Lassen sich ihre Bilder besser einordnen und bewerten?
Wer das Atelier Kristin Dembny auf der Hermannstraße 22 A direkt neben der Hausnummer Ackerstraße 164 betritt, begegnet einer dynamischen, neugierigen, extrovertierten, fremden Menschen gegenüber aufgeschlossenen Frau, die jedem Besucher gleich die Schwellenangst und Vorstellung nimmt, ihr Atelier nur betreten zu dürfen, wenn man ernsthafte Kaufabsichten hat.

Sie plaudert mit ihren Gästen über Gott und die Welt, auch über sich und ihre zukünftigen Projekte und selbstverständlich zeigt sie auch gern in entspannter Atmosphäre ihre Arbeiten.

Aber zum Kauf eines Bildes fühlt sich keiner bei ihr verpflichtet, auch wenn so ganz nebenbei das eine oder andere Bild den Besitzer wechselt.

Bevor Kristin Dembny ihr eigenes Atelier eröffnete, hatte sie mit Gottfried Böhmer, dem künstlerischen Leiter der "Gesellschaft Freunde der Künste Düsseldorf-Berlin" zusammengearbeitet. Hat für dessen Goethe Jahr ein großformatiges Goethe Portrait gemalt und für die Exhibition eine Serie kleinformatiger Bilder, die von Vodafone gekauft wurden.
"Ich bin von klein auf malend durchs Leben gegangen. Malen ist für mich ein Selbstfindungsprozess. Ich muss meinen Eindrücken Form geben, sie darstellend veröffentlichen, damit ich sie noch einmal von außen betrachten kann.", erzählte uns die Künstlerin.

Alle ihre Arbeiten sind figurativ, mit Licht und Schatten spielend, hauptsächlich in Rot, Rotviolett und Blau gemalt. Eindrucksvoll sind ihre Bewegungsportraits, die alle etwas beängstigend Ungewöhnliches haben. Verschiedene Gesichtsausdrücke, die in reality hintereinander ablaufen erstarren im Bild nebeneinander und lassen es doppelbödig und hintergründig erscheinen: "Der Mensch hat mehrere Gesichter."

Neugierig geworden? Das Atelier ist täglich geöffnet ab 15 Uhr. Ende offen.
einkaufen-duesseldorf-flingern hat den Abend mit Kristin Dembny inmitten ihrer Bilder sehr genossen.

zum Überblick

Social Bookmarks

share