Flingerns Kraftwerk ist sein Wahrzeichen. Seine Türme und Schornsteine überragen Straßen und Häuser des Stadtteils und sind von allen Seiten gut sichtbar. Ein Teil der Anlage gehört heute zu den technischen Denkmälern der Stadt Düsseldorf.

Heizkraftwerk Flingern - Düsseldorf

Das Heizkraftwerk in Flingern gehört den Stadtwerken Düsseldorf und ging 1865 als Gaswerk (Werk I) erstmalig in Betrieb. 1912 wurde Kraftwerk II geplant, ein Steinkohlekraftwerk, das 1913 in Betrieb genommen und bis 1927 weiter ausgebaut wurde. Betrieben wurde es mit Steinkohle aus dem Ruhrgebiet, die per Bahn bis ans Kraftwerk geliefert wurde. Das Steinkohlekraftwerk verfügte anfangs über sechs Dampfkessel und drei Turbosätze, später im Jahre 1927 wurde die Anlage auf 24 Kessel ausgebaut. Die Kessel kamen aus den Vereinigten Kesselwerken im benachbarten Oberbilk. Die Hochdrucktechnologie konnte gleichzeitig zur Stromerzeugung und zur Produktion von Fernwärme für umliegende Verbraucher genutzt werden. Das Kraftwerk gehörte zu den ersten Anlagen in Deutschland, die diese Technologie zur Stromerzeugung nutzten.

Das Gaskraftwerk wurde nach dem Zweiten Weltkrieg aufgrund von starker Beschädigung abgeschaltet, das  Steinkohlekraftwerk folgte1972. Es war nicht mehr wirtschaftlich.

Heizkraftwerk Flingern - Düsseldorf

1965 ging die Müllverbrennungsanlage in Betrieb und war eine der ersten Großanlagen in Deutschland. In der Anlage werden jährlich 400.000 Tonnen Müll verbrannt und mit der daraus gewonnenen Wärme, erzeugen die Stadtwerke Düsseldorf ca. 1.000.000 Millionen Dampf pro Jahr, die anschließend über eine 800 m lange Leitung direkt in das Heizkraftwerk gelenkt wird.

Dort treibt er Turbinen an, deren Bewegungsenergie ein angeschlossener Generator in Strom umwandelt. Aus der verbleibenden Restwärme wird Fernwärme produziert. Das spart jährlich 90.000 Kubikmeter Erdgas ein.

Heizkraftwerk Flingern - Düsseldorf

Das Gasturbinenkraftwerk ging 1973 in Betrieb und wird mit sechs Flugzeugtriebwerken von Rolls-Royce betrieben und kann innerhalb weniger Minuten bis zu 90 MW Strom erzeugen. Es dient als Notstromaggregat, wenn mehr Strom gebraucht wird. Zwei Flugzeugtriebwerke betreiben mit einem heißen Abgasstrahl eine Turbine an, die an einem Generator angeschlossen ist. Die von den Stadtwerken Düsseldorf gebaute Anlage war die Erste, die mitten in der Stadt gebaut wurde und es wurde daher besonderen Wert auf Schalldämmung gelegt.

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