Ich will das Leben feiern!

Verfasst von hanenberg am 9. Dezember 2012 - 15:14 in Beate Knappe, Fingerprint, Fotografie, Kommunikationsdesign, NRW, Staatssekretären, Urbanität

Ich will das Leben feiern!
Beate Knappe im Gespräch mit Bärbel Hanenberg-Kranz

Warum haben Sie Fotografie als Ihr Berufsbild gewählt? Was waren Ihre Motive?
Die Fotografie war schon seit Generationen ein Hobby in meiner Familie und andere Berufe haben mich nicht interessiert .Ich habe zuerst den Gesellenbrief gemacht und 20 Jahre später Kommunikationsdesign studiert mit dem Schwerpunkt Fotografie

Den Gesellenbrief in welchem Berufsbild? Und warum noch studieren?
Ich habe einen Gesellenbrief als Fotografin und einen Hochschulabschluss als Kommunikationsdesignerin mit dem Schwerpunkt Fotografie. Das Studium habe ich als Qualifizierung verstanden in einer Zeit, in der sich abzeichnete, dass sich die Printmedien grundlegend verändern würden. Und es ist noch ganz anders gekommen, als ich erwartet hatte. Heute bin ich sehr froh über dieses Studium. Mir hat das wissenschaftliche Arbeiten sehr viel Freude gemacht. Anders als meine Kommilitonen habe ich eine wissenschaftliche Diplomarbeit geschrieben. Ein Teil davon war eine kleine Forschungsarbeit über die erste Atelierfotografin in Düsseldorf - Laura Lasinsky. Eigenartig, im Rückblick fällt mir auf, dass ich nun auch eine Atelierfotografin in Düsseldorf bin.

Fotoatelier - Beate Knappe - Düsseldorf Flingern

Was gefällt Ihnen besonders an Ihrem Beruf?
Das ich das Ergebnis anfassen kann.

Das Ergebnis anfassen kann ich mit meinen Händen, wenn das Foto als Print vorliegt. Im übertragenen Sinne kann ich es auch mit meinen Augen anfassen, wenn ich es betrachte. Und in einem noch weiteren Sinne fasst es mich an, wenn es meine Assoziationen in Bewegung setzt. Was genau meinen Sie?
Vorrangig das erste. Glücklich bin ich, wenn alle drei Aspekte eintreten.

Gibt es einen unverwechselbaren Fingerprint, an dem man erkennt, das ist „Ein Knappe Foto“?
Tja, gut meinenden Freunde sagen das! Immer mehr Kunden sagen das auch und kommen deshalb zu mir. Machen Sie sich selber ein Bild. 
Aber Spaß beiseite. Ja, ich glaube, dass es einen unverwechselbaren Fingerprint gibt.
Ich finde manche Portraitfotografie penetrant ästhetisierend bis hin zur kitschigen Überhöhung, von so einem Stil will ich mich bewusst absetzen. Meine Portraits sollen eine kreative Gegenkraft sein zu dem ganzen Bildermüll und Bilderterror, der uns tagtäglich umfängt und unsere Wahrnehmung lenkend bestimmt.

Was ist Ihnen wichtig, wenn Sie Menschen, Tiere, Situationen fotografieren? Was soll ein Foto festhalten?
Ich möchte mit meinen Portraits das Leben feiern, hört sich pathetisch an, meine ich jedoch nicht so.

Das „Leben feiern“ weckt in jedem Menschen eine andere Assoziation. Wie feiern Sie das Leben in einem Foto? Was bedeutet für Sie das Leben feiern?
Menschen in glücklichen Momenten zu fotografieren: Paare, wenn sie ein Kind erwarten, oder eines gerade geboren ist, wenn sie verliebt sind oder glücklich verheiratet oder einfach Paare miteinander, die glücklich sind ein Paar zu sein und ein Portrait als Paar wünschen. Dabei ist es egal ob Mann und Frau, Frau und Frau oder Mann und Mann, ich hatte schon alles vor der Kamera.
Gestern hatte ich einen Sechs jährigen vor der Kamera, der sich freute „Ameisenscheiße“ sagen zu dürfen, so was meine ich.
Oder Frauen und Männer die sich in ihrer Haut wohl fühlen, oder die sich nach einem hautnah Shooting wieder in ihrer Haut wohl fühlen, deren Selbstbewusstsein ich bestärken konnte durch Fotos in einer Art, wie sie sich selber nicht sehen, ohne sie jedoch zu verstellen oder zu verkleiden. Das meine ich, wenn ich sage „das Leben feiern“!

Waren Sie von Anfang an selbständig oder haben Sie auch in einem angestellten Verhältnis gearbeitet? Wenn ja, was waren Ihre Aufgaben?
Ich habe bereits selbständig als Fotojournalistin gearbeitet und zuletzt war ich über 10 Jahre als Fotografin angestellt in der Staatskanzlei NRW.

Fotoatelier - Beate Knappe - Düsseldorf Flingern

Wie sahen da Ihre Aufgaben aus? Wo lag da das Augenmerk? Was sollte im Bild festgehalten werden?
In der Staatskanzlei NRW habe ich als Fotografin gearbeitet im Bereich Öffentlichkeitsarbeit. Ich habe den Ministerpräsidenten und die Minister begleitet und Portraits angefertigt, von allen, die dies brauchten, also auch von Staatssekretären oder Abteilungsleitern.
Dann habe ich eine Intranet für die Staatskanzlei konzipiert und die Einführung als Projekt betreut.

Welche Möglichkeiten haben Sie als freischaffende Künstlerin? Sind Sie dadurch unabhängiger? Können Sie Ihre eigenen Ideen besser umsetzen?
Da ich ja nun schon über 60 bin habe ich beschlossen, nur noch so zu fotografieren, wie ich es möchte.

„Folgen“ Ihnen die Menschen, die sich oder ihre Lieben von Ihnen ablichten lassen? Können Sie frei schalten und walten oder müssen Sie Vorgaben einhalten?
Oh nein, wenn ich „Vorgaben“ einhalten muss, bin ich nicht gut. Ich bitte meine Kunden sich auf mich einzulassen, damit ich ein Gefühl für sie bekommen. Mir geht es um echte Gefühle und Authentizität  in meinen Portraits, um Fotografien, die etwas erzählen und die sich die Kunden wie ein Kunstwerk an die Wand hängen.

Warum haben Sie ein Atelier in Flingerrn eröffnet?
Ich liebe die Urbanität Flingerns.

Wo waren Sie vorher?
Ich habe bei einem befreundetet Kollegen in einem Hinterhofstudio gearbeitet.

Gibt es einen großen Wunsch, den Sie für die Zukunft hegen?
Ja ich möchte von dem was ich liebe, nämlich die Fotografie, leben können.

Welche Pläne wollen Sie in naher Zukunft verwirklichen? Welche Ziele verfolgen Sie?
Ganz viele zufriedenen Kunden möchte ich haben, meine Bildsprache weiterentwickeln und Erinnerungen hinterlassen, die sich unsere Enkel noch gerne anschauen. Ich möchte vermitteln, dass die Studio- oder Atelierfotografie nichts Verstaubtes oder Altbackenes ist.
Dann möchte ich mal wieder Zeit für freie Projekte habe.

Beate Knappe hat ihr Atelier auf der Birkenstraße 45 in Flingern. Wer vorab Informationen über ihre Arbeiten haben möchte: www.beateknappe.de
 

Eine Antwort to “Ich will das Leben feiern!”

Gast at December 13, 2012 at 8:17 am
Genau das ist Sie und Ihre Bilder, mit Feingefühl und dem besonderen Gespür.

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